Hundelobby Krefeld IG

Aktuelles

Betreff:
Rheinwiesen, Rheinuferstraße bei der Bayer-Hauptverwaltung, Tor 4, direkt hinter dem Parkplatz zwischen Kirche rechts und alter Gärtnerei (von Krefeld-Uerdingen kommend)


Am Samstag, den 05.01.2013 war ich mit zwei befreundeten Hundehalterinnen und deren Hunden an den o.a. Rheinwiesen - Richtung Duisburg - spazieren. Dieser Spaziergang hat für uns Hundehalter mit einem Tierarztbesuch geendet. Alle Hunde zeigten die gleichen Symptome in Form von Fieber, starkem Hecheln sowie Knabbern an den Pfoten, welches durch starken Juckreiz ausgelöst wurde. Die Hunde haben ständig versucht zu scharren, um den Juckreiz zu lindern und sind  durch die Wohnung gerobbt, um auch so Erlösung finden zu können.

Sie wurden dann beim Tierarzt mit Cortison und einem Schmerzmedikament behandelt. Weiterhin mussten die Pfoten gebadet werden, die stark gerötet und ganz heiß waren.

Kontakt wurde mit dem Umweltamt der Stadt Krefeld aufgenommen, die allerdings nicht zuständig sind.

Morgen werde ich das Ordnungsamt der Stadt Duisburg kontaktieren.

Laut Auskunft der behandelnden Tierärztin soll man das betroffene Gebiet für die nächsten 4 Wochen meiden.

Viele Grüße
Heike Holst

 

 

 


Hundelobby an Krefelder Schulen

Missverständnisse, fehlendes Wissen und mangelnde Erfahrung mit Hunden sind die Hauptursachen für unschöne Zwischenfälle bis hin zu Beißunfällen. Oftmals sind Kinder Auslöser und Betroffene. Woher aber sollen die Kinder wissen, dass ein vor dem Supermarkt angeleinter Hund kein Stofftier ist, auf das man mit Karacho losstürmen darf? Hier setzt eine Initiative der Hundelobby Krefeld an. Sie besucht mit Hunden Kindergärten und Grundschule zu einer Schnupperstunde. Ziel: Die Kiddies sollen mit viel Spaß das kleine 1x1 des Zusammenlebens von Hund und Mensch lernen. Die Aktion ist ein toller Erfolg. Wenn sie auch eine Schnupperstunde vereinbaren möchten, senden Sie einfach eine Mail an die Hundelobby Krefeld oder rufen Sie uns an :  
Frank Rühl  02151 598328,               Mob. 0170 7533038   oder  
Angelika Gottschalk  02151 503785, Mob. 0176 43010573

Die Stunde der kleinen Helden

Der Dreikäsehoch wächst beim Umdrehen um mindestens zwei weitere Käse. „Ich hab den Ulan an der Leine gehabt. Und weißt Du, und weißt Du: Der war ganz doll lieb“, trötet der Knirps. Und erzählt es jedem seiner Klassenkameraden – und auch jedem anderen, den er sonst noch entdecken kann. 
Wenn die Hundelobby Krefeld zur Schnupperstunde in Kindergärten und Grundschulen kommt, dann ist es die Stunde der kleinen Helden. Denn für Tierfreunde und Hundebesitzer ist es kaum vorstellbar, wie viele Kinder in ihren Familien ohne Hunde oder gar gänzlich ohne Kontakt zu Haustieren aufwachsen. Kein Wunder, dass die meisten Mädchen und Jungen zunächst „fremdeln“, wenn die beiden vierbeinigen Besucher ins Klassenzimmer kommen. Neugier und Interesse auf beiden Seiten: Die Hunde wedeln mit dem Schwanz – die Kids haben fragend/unsicher den Finger am Mund. Genau dies beschreibt eine Zielsetzungen der Hundelobby für diese tierischen Unterrichtsstunden: dolmetschen. „Wir zeigen den Kindern, wie Hunde mit dem Schwanz und mit den Ohren kommunizieren“, sagt Frank Rühl, Sprecher der Hundelobby. Mischling Balou und Rühls Tervuren-Rüde Jacques sind Musterbeispiele für die Aufmerksamkeit , die der Volksmund auch mit „Ohren spitzen“ beschreibt. Auch die kleinen Zweibeiner „spitzen die Ohren“ wenn Rühl den Kennenlern-Knigge für Hunde anspricht: Abstand halten, Hand zum Schnüffeln hinhalten, nur an der Flanke den Hund streicheln – aber vor allem immer darauf warten, dass der Hund kommt. Sprich all das, was man richtig machen sollte, wenn man einen Hund kennen lernen möchte. Oft kontrastiert mit einem karikierenden „Nicht soo – sondern soo“. Spätestens nun werden Zwei- und Vierbeiner langsam ungeduldig. Die Steppkes, weil sie langsam „zutraulich“ geworden sind und endlich mal ausprobieren wollen. Die Vierbeiner, weil sie als erfahrene Schulbesucher genau wissen, dass nun mengen weise Streicheleinheiten und Leckerlis warten. Für Hundebesitzer immer wieder faszinierend: die Empathie der Tiere. Selbst Temperamentsbolzen Ulan, gern mal „umwerfend“ beim Spielen und Leckerlis erbeuten, folgt vorsichtig der Hand, wenn Kids die Hundekekse in einer Mischung aus Erschrecken und Überraschung doch mal wegziehen. Er stupst nur, während die Kinder sich lauthals einen Erzählwettkampf liefern, bei wem der Hund die nassere Zunge gehabt habe. Dass Rühl und Mitstreiter den Hunde-Knigge beim Krabbel- und Kaufestival immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen, liegt in der Natur der Sache. Aber es funktioniert immer öfter. Auch weil vielfach Dreikäsehochs als Hilfslehrer einspringen und ihren Freunden mit stolzgeschwellter Brust „erklären“, wie man es richtig macht. Im kleinen Tohuwabohu des „jeder darf mal“ tauen auch die Ängstlichsten auf und trauen sich. Wenn sich gegen Ende des Besuchs alle nochmals auf ihre Plätze setzen, dann rollen sich die Vierbeiner glücklich und geschafft vor ihren Herrchen zusammen. Und die Kids erzählen sich mit ganz großen Augen ihre Abenteuer aus der Schnupperstunde. Kommentar von Sabine Pothen vom Kinderschutzbund nach einem Blick auf alle Beteiligten: „Jetzt haben wir alle kleine Helden.“

 

Hundefänger in Krefeld
Presseportal (Polizei Krefeld) 8.11.2012                                                                    >>> Bericht lesen

 

Positionspapier der
Hundelobby Krefeld


zur Verwaltungsvorlage
Hundesteuersatzung Krefeld

24.7.2012


            Zusammenfassung

Die Hundelobby Krefeld lehnt die Vorlage der Verwaltung zu einer neuen städtischen Hundesatzung aufgrund zahlreicher inhaltlicher Mängel und einer höchst fragwürdigen Ausrichtung ab. Die „Reduzierung des Hundebestands in Krefeld“ als „ordnungspolitische Zielsetzung“ ist nicht akzeptabel. Sie widerspricht den Bedürfnissen vieler Krefelder Bürger und den Wünschen einer großen Mehrheit der Menschen in dieser Stadt.

Eine neue Hundesatzung sollte vielmehr darauf ausgerichtet sein, das freudvolle Miteinander von Mensch und Tier zu verbessern. Hier gibt es auch aus Sicht der Hundelobby eine Reihe von zielführenden Ansatzpunkten, um manches „Knirschen“ zwischen Hundehaltern, Hunden und Mitbürgern organisatorisch zu „dämpfen“. Hundesteuer als Sanierungsinstrument für die städtischen Kassen – das greift zu kurz. Es ist zu billig, einfach an der Steuerschraube zu drehen. Es ist weder recht noch billig, die Haushaltssanierung den Menschen aufzulasten, die in wirtschaftlicher oder sozialer Bedrängnis ihren Hund als Sozialpartner benötigen. Für die ihr Hund Anker und Aufgabe ist. Dies gilt für ältere alleinstehende Menschen ebenso wie für Menschen, die – keineswegs immer durch Eigenverschulden – von Arbeitslosengeld II leben oder sich in der Grundsicherung befinden, aus der Hinaus es ein oft langer Weg für viele oft aber auch nicht gangbarer Weg ist. Hier leisten Hunde eine immer wichtigere Aufgabe für eine Gesellschaft mit rasant steigenden Single-Zahlen. Eine Aufgabe, die ansonsten durch Therapien, Arztbesuche oder Auffangkurse unter hohem finanziellen Aufwand aus öffentlichen Kassen erbracht werden muss.

Es ist auch nicht recht und billig, dass Eltern mit höheren Steuern bestraft werden, die ihren Kindern mit dem Familienhund einen verantwortungs- und liebevollen Umgang mit Tieren und Natur beibringen wollen. Auch ist es inzwischen durch Studien bewiesen, dass Hunde in der Familie das Sozialverhalten und die Gesundheit  von Kindern positiv beeinflussen.

Aus diesen Gründen lehnt die Hundelobby Krefeld die Erhöhung der Hundesteuer, insbesondere den Wegfall der Erleichterungen für Bedürftige entschieden ab.

Auch die Straf-Besteuerung von sogenannten Kampfhunden lehnt die Hundelobby als nicht zielführend ab. Statt zielgerichtet in Kooperation mit Fachleuten problematische Hundehalter – denn das Problem ist meist am oberen Ende der Leine - zur Räson zu bringen, wird ein fachlich unhaltbarer Generalverdacht gegen bestimmte Rassen erhoben. Mit der Folge, dass viele Hundehalter aus wirtschaftlichen Gründen „in den Untergrund“ getrieben werden oder sich gezwungen sehen, ihren Hund im Tierheim abzugeben. Mit der Folge einer finanziellen und personellen Überforderung des Krefelder Tierheims.

Es gibt in der Tat eine kleine, aber hochgefährliche Szene der „Hundekampf-Mafia“. Man kann sie aber nicht mit Steuern (sie zahlen keine, denn sie leben im Untergrund) sondern nur mit rigiden polizeilichen Maßnahmen bekämpfen.

Es steht zu befürchten, dass aufgrund der am Schreibtisch konstruierten Rassen-Einstufungen künftig zahlreiche „Boxer-Mixe“ oder „Labrador-Mischlinge“ zu intensiven Auseinandersetzungen zwischen dem Kommunalen Ordnungsdienst, Hundehaltern und Tierärzten führen – unnötigerweise aufgrund der nebulösen Vorgaben der Vorlage. Die in der Tat höchst problematische „Hundekampf-Szene“ oder die Gruppe derer, die eine „vierbeinige Waffe“ besitzen will, wird mit keiner der angeführten Maßnahmen unter Druck gesetzt. In diesem Segment wird ohnehin keine Steuer gezahlt – da ist eine Erhöhung sinnlos. Die Steuererhöhung für bestimmte Hunderassen dürfte im Gegenteil die Kosten für die Stadt erhöhen. Da sich die Tiere nicht durch einen Verwaltungs-Federstrich in Luft auflösen können, werden viele bei erhöhtem Abgabedruck von einer privaten unmittelbar in eine städtische Kostenstelle umgebucht werden: dem städtischen Tierheim.:

Die Hundelobby Krefeld macht sich stark für einen sachgerechteren Umgang mit Beißunfällen. Halter, die im Umgang mit ihren Hunden nicht die nötige Verantwortung zeigen, sollten dabei im Fokus der Sanktionen stehen. Nicht die Hunde, die für ihre Halter und ihre Erziehung nicht verantwortlich zu machen sind.

Die Hundelobby Krefeld fordert, die Hundesatzung der Stadt Krefeld in einem breiten gesellschaftlichen Dialog neu zu gestalten. Eine Stadt, in der mit Fressnapf und Rondo zwei europaweit führende Tierbedarf-Unternehmen beheimatet und gewerbesteuerpflichtig sind, sollte sich nicht die ordnungspolitische Vorgabe machen, den Hundebestand in der Stadt zu reduzieren. Sie sollte sich das Ziel setzen, eine vorbildlich intelligente Hundesatzung zu haben.

 

Detailkritik

Sinn, Zweck und Verwendung

·         Sollen nun mit der der Steuererhöhung die Mehrkosten durch Hunde aufgefangen (siehe Seite 2 der Vorlage) oder die allgemeinen Einnahmen der Stadt verbessert werden?

…….Wie jede Steuer ist sie eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung (etwa Reinigung der Straßen, Plätze und Wegen von Hundekot gegenübersteht und die nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwandt wird. ……

Verwaltungsvorlage Seite 1

oder

…….Im Vordergrund steht zunächst die  ordnungspolitische Zielsetzung  der Eindämmung der Hundehaltung im Stadtgebiet. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass intensive Hundehaltung zu erheblichen kommunalen Aufwendungen in Form von

·          Einsammeln von Hundekot,

·          Einrichtung/Aufstellung von Hundetoiletten, Hundewiesen, Hundekotsammelbehältern,

        ·          besondere Gehwegreinigung sowie Sandaustausch auf Kinderspielplätzen,  

·          finanzieller Unterstützung des Tierheimes (Tierschutzverein Krefeld und Umgebung von 1877 e.V.), 

·          ordnungsbehördliche Tätigkeiten (z. B. des Kommunalen Ordnungsdienstes) im Zusammenhang mit der Hundehaltung führt.

Diese Zielsetzung der Hundesteuer ist nicht nur politisch legitim, sie wird auch seit Jahren in Rechtsprechung und Literatur anerkannt:…..

Verwaltungsvorlage Seite 2

 

  • Wer hat die Verwaltung beauftragt, eine ordnungspolitische Zielsetzung zur Eindämmung der Hundehaltung im Stadtgebiet Krefeld zu entwickeln?
  • Die neue Satzung führt nicht zu einer finanziell stärkeren Unterstützung des Krefelder Tierheims, sondern mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer stärkeren finanziellen Belastung.

Wegfall der Ermäßigungen bei der Hundesteuer.

Ein Änderungsbedarf ergibt sich aus der Sicht der Verwaltung auch in Bezug auf § 5 – Allgemeine Steuerermäßigung – aufgrund der aktuellen OVG-Rechtsprechung: Auch Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt (§§ 27-40 SGB-XII), Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (§§ 41-46 SGB-XII) oder Arbeitslosengeld II (§§ 19-27 SGB-II) erhalten sowie diesen einkommensmäßig gleichstehende Personen müssen grundsätzlich die volle Hundesteuer zahlen. Das entschied das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster im Jahre 2010 in zwei Verfahren (Az.: 14 A 3020/08 und 14 A 3021/08). Der Grundsatz, dass das Existenzminimum im Allgemeinen nicht besteuert werden dürfe, spiele im Falle der Hundesteuer keine Rolle, urteilte das OVG, da die Hundehaltung nicht zu den Aufwendungen für die Existenzsicherung zähle

Verwaltungsvorlage Seite 5

 

Laut Urteilsbegründung handele es sich bei der Hundesteuer um eine Aufwandssteuer und die durch eine Hundehaltung entstehenden Kosten könnten durchaus vermieden werden.“

  • Will sich die Stadt Krefeld auf ein solches Niveau begeben, um 108.875 Euro mehr einzunehmen?
  • Die für den Grimmepreis vorgeschlagene TV-Reportage „Ich hab doch nur noch den Hund“ schildert eindrucksvoll und eindringlich, welche sozialen Aufgaben ein Hund als Partner eines an den Rand gedrückten, vereinsamenden Menschen für unsere Gesellschaft übernimmt. Mit Blick auf die sozio-demographischen Entwicklungstendenzen der Gesellschaft ist es eine überkommene Einschätzen, einen Hund als Luxusgut zu besteuern. Und angesichts der sozialen Wirklichkeit sogar fast zynisch.

Sogenannte Kampfhunde

4.3 Besteuerung gefährlicher Hunde nach dem Landeshundegesetz NRW („Kampfhundesteuer“)

4.3.1 Rechtliche Beurteilung

  • Im Landeshundegesetz NRW wird der Begriff „Kampfhund“ nicht verwendet. Im Weiteren wird daher der Begriff „sog. Kampfhunde“ verwandt. Die Besteuerung „sog. Kampfhunde" ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung zulässig (BVerwG, Urteil vom 19.01.2000, Az. 11 C 8/99 –). Mit dieser Besteuerung werden primär ordnungspolitische Ziele verfolgt, um die Haltung und Verbreitung solcher Hunde in engen Grenzen zu halten bzw. aufgrund ihres Gefahrenpotenzials möglichst zu minimieren. Dabei muss die Hundesteuersatzung u. a. hinreichend bestimmt die Hunde benennen, die einer erhöhten Steuer aufgrund ihrer Gefährlichkeit unterworfen werden sollen. Dazu reicht es aus, wenn Rasselisten aus einer der Gefahrenabwehr dienenden landesrechtlichen Regelung übernommen werden (BVerwG, Beschluss vom 28.07.2005,  Az. 10 B 34/05 –). Ausgehend vom Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen vom 18.12.2002 (Landeshundegesetz – LHundG NRW) ist der Personenkreis der möglichen Steuerpflichtigen auf die Halter von gefährlichen Hunden (§ 3 LHundG) und Hunden bestimmter Rassen (§ 10 LHundG) einzugrenzen, die für die Haltung der genannten Hunde einer Erlaubnis bedürfen.
  • Wer einen gefährlichen Hund hält oder halten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Dafür ist u.a. ein Sachkunde- und Zuverlässigkeitsnachweis erforderlich sowie der Nachweis, dass die Hundehalter die Hunde sicher an der Leine halten und führen können. (Vgl. § 4 Abs. 1 LHundG NRW). Zu dem Führen des Hundes an der Leine und dem Anlegen eines Maulkorbes sind die Hundehalter/-innen dann grundsätzlich verpflichtet. (Vgl. § 5 Abs. 2 LHundG NRW).


Durch eine Verhaltensprüfung i.S. des § 5 Abs. 3 LHundG NRW („Charaktertest“) kann für gefährliche Hunde jedoch eine Befreiung von dieser Verpflichtung, den Hund an der Leine zu führen und ihm einen Maulkorb anzulegen, erteilt werden. Voraussetzung hierfür ist der Nachweis durch eine Verhaltensprüfung bei einer für den Vollzug des Tierschutzgesetzes zuständigen Behörde. Damit ist dann der Nachweis erbracht, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht zu befürchten ist (vgl. § 5 Abs. 3 LHundG NRW).

  • Besteuerung gefährlicher Hunde

Im LHG / NRW sind 2002 bestimmte Hunderassen aufgelistet worden, bei denen man eine höhere Gefährlichkeit als bei anderen Hunderassen vermutet. Man hat dies getan, obwohl schon damals alle ernsthaften Kynologen gesagt haben, dass sich die Gefährlichkeit eines Hundes durch falsche Zuchtbedingungen, schlechte Haltung und fehlende oder falsche Erziehung entwickelt und  vollkommen unabhängig von seiner Rassezugehörigkeit ist.

All diese Kynologen, tierärztliche Verbände, Tierschutzverbände, die Gewerkschaft der Polizei, sie alle haben sich 2000/LHV und 2002/LHG gegen Rasselisten als Allheilmittel gegen gefährliche Hunde ausgesprochen. Die „Zeitung“ mit den 4 Buchstaben prägte damals im Jahr 2000 den Begriff „Kampfhund“. Ein Teil der im LHG / NRW gelisteten Hunderassen wurde in den USA und Großbritannien im letzten Jahrhundert zu Hundekämpfen eingesetzt. Auch heute gibt es sicher eine gewisse kriminelle Szene, die weiterhin im verborgenen Hundekämpfe veranstaltet. Erstaunlicherweise ist in der Presse häufig von „Kampfhunden“ die Rede, über Hundekämpfe in der kriminellen Szene berichtet die Presse nicht.

Der Bericht der Landesregierung zur Evaluation des LHG / NRW vom Nov.2008 zeigt an Hand der Beißstatistiken, dass mengenmäßig eben nicht die gelisteten Hunderassen auffällig im Vordergrund stehen. Genauere Zahlen hierzu unter Anhänge.

 Im Bereich der höheren Besteuerung der Anlage- oder Listenhunde ist bereits die Wortwahl in der Vorlage der Verwaltung eindeutig  polarisierend und populistisch. Es gibt weder Kampfhunde, noch „sogenannte Kampfhunde“. Hunderte von Krefelder Familien, die mit einem Listenhund  zusammenleben, ihn gut erzogen und sozialisiert haben, werden erneut mit einer maßlosen Erhöhung der Hundesteuer um über 600 Prozent willkürlich bestraft.

  • Statt sich um die Minderheit der wirklich problematischen Hundehalter und ihrer Hunde aller Rassen in Krefeld zu kümmern, wird die Mehrheit der verantwortungsbewussten Hundehalter in Haftung genommen.

  

Milchmädchen am Steuerrechner

Ziffer 5 ff der Verwaltungsvorlage

Neue Beträge….

          bei einem gehaltenen Hund von 101,20 Euro auf 125 Euro,

          bei zwei gehaltenen Hunden von 117,70 Euro auf 150 Euro je Hund,

          bei drei oder mehr gehaltenen Hunden von 134,20 Euro auf 175,00 Euro je Hund ab 01.01.2013 zu erhöhen.

Bei momentanen Anzahl der im Stadtgebiet von Krefeld gehaltenen und versteuerten Hunde (ca. 11.350) ergibt sich hieraus folgendes Berechnungsmodell ab dem Jahr 2013

Anzahl  der Hunde

Angesetzter Steuerbetrag in EUR

Ertrag in EUR

 9.553 Ersthunde (= 9.742 ./. 189 gefährliche Hunde ohne „Charaktertest“

125

1.194.125

+ 711 Zweithunde

150

   106.650

 +   46 Dritthunde

170

       7.820

 + 204 „sog. Kampfhunde“ ohne „Charaktertest“

680

   138.720

 

+ 871 Hunde, bei denen künftig bisherige Tatbestände der   Ermäßigung fortfallen

125

   108.875

./. 20 Hunde, die nach dem neuen Satzungsrecht steuerfrei werden

-

-

 

 

1.556.190

          

 

·          Gegenüber dem momentanen Haushaltsansatz von 1.050.000 EUR für 2012 beträgt der hieraus resultierende Mehrertrag für den städt. Haushalt ab 2013 ca. 500.000 EUR p.a.. Dieser Betrag kann sich in der Praxis beim Rechnungsergebnis allerdings noch durch die

                          Abmeldung/Abgabe von Hunden,

          Nachholung des sog. „Charaktertests“ bei „sog. Kampfhunden“ sowie

          Niederschlagungen oder den Erlass von uneinbringlichen Forderungen

 

  • Ausgerechnet in der Ertragskalkulation wird die mangelnde Sorgfalt bei dieser Vorlage deutlich. Zum einen wird hier der Dritthundetarif innerhalb von wenigen Zeilen von 175 auf 170 Euro verändert und in die Kalkulation aufgenommen. Vor allem aber: In Ziffer 5 heißt es ausdrücklich „je Hund“, also für jeden Hund in einem Drei-Hundehaushalt. In der Verwaltungsvorlage wurden jedoch „Einzel-Hundebeträge“ zur Beschlussfassung vorgelegt. Sprich durch die 46 Dritthunde errechnete die Verwaltung 46 Mal die „unrichtigen“ 170 Euro = 7820 Euro.
  • Richtig hingegen wäre, dass auch für die beiden anderen „Hunde-Haushaltsmitglieder“ die erhöhten Sätze eingenommen werden sollen. Zu den „richtigen“ 8050 Euro für die 46 Dritthunde, kämen nochmals rund 2000 Euro für die beiden Spielkameraden. Für die „Kumpel“ des Zweithundes addiert sich diese Summe auf 17775 Euro.
  • Generell aber ist aus fachlicher Sicht eine „Strafbesteuerung“ für die Haltung mehrerer Hunde abzulehnen. Hunde sind sehr soziale Wesen, sie leben im Rudel, sie brauchen Sozialpartner. Daher ist es unsinnig, das Halten von zwei Hunden als natürlichen Sozialpartnern mit erhöhten Steuern zu belegen. Dies konterkariert alle Bemühungen um artgerechte Haltung und Tierschutz. Praxisbeispiel: Für teilzeitbeschäftigte Hundehalter ist ein Zweithund kein Luxus, sondern eine Maßnahme zur artgerechten Lebensweise der Tiere während der Arbeitszeit ihrer Halter. Das in der Verwaltungsvorlage dargestellte Gesellschaftsbild sollte dringendst an die Lebenswirklichkeit einer mobilen und flexiblen Arbeitsgesellschaft angepasst werden.
 

·        Anhänge

Ziffer Ziffer 1

Tödliche Beissvorfälle in Deutschland ab 1968
(Stand: Oktober 2004)

Vorfälle nach Rassen:

(Für die Auswertung untiger Liste ist der Verfasser nicht verantwortlich. Sie erfolgte durch Klaus Jarchow und wurde von uns regelmässig aktualisiert. Jede genannte Rasse wurde je Vorfall einmal gezählt. Die absolute Anzahl der an einer Tötung beteiligten Hunde spielte dagegen keine Rolle.)

Quellen:

BIESEKE, Detlef (I): "Wenn Adenauer Hunde geschlachtet hätte. – Die Selbstverwirklichung des Hundes durch Beißen. Eine Aufzeichnung des Schreckens"
Berlin 1986: ARARAT. 151 S. in 8°. ISBN 3-921889-43-X

BIESEKE, Detlef (II): "Alle Hunde in den Himmel. - Bissiges zu einem Mißbrauch".
Böblingen 1988. 195 S. in 8°. ISBN 3-925434-22-4)

BREITSAMER, FRANZ: "Wenn Hunde Menschen töten - eine fachpolizeiliche Untersuchung für die Praxis. Naturbedingtes Fehlverhalten der Tiere oder vorwerfbares Schuldverhalten der Menschen?", In: "Die Polizei", 1986 (77), 8; 267 - 271

Quelle des Gesamtdokuments:
http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/fakten/beissstatistik_kpl_46.htm
wird unter diesem Link laufend aktualisiert.
und hier die Download-Version für Rechtsanwälte und alle anderen Interessierten:

Tödliche Beißvorfälle.doc


26 x Deutscher Schäferhund
6 x Deutsche Dogge
7 x Rottweiler
3 x Mischlingshunde
3 x American Staffordshire Terrier
3 x Pitbull
1 x Labrador
1 x Dobermann
1 x Boxer
1 x Bernhardiner
1 x Jagdhund
1 x Windhund
1 x Leonberger
1 x Husky
1 x Dackel
1 x undefiniert

Einzelfallbeschreibungen lt. Presse etc.

1. 18. 11. 1968 (Landau / Pfalz):
14 Tage altes Baby von Schäferhund totgebissen
(vgl. BIESEKE I, 57)

2. 18. 03. 1971 (Wunsiedel /Ofr.):
Vierjähriger von Schäferhund totgebissen
(vgl. BIESEKE I, 58)

3. 02 .01. 1972 (Frankfurt / M.):
Schäferhunde bissen 73-jährige tot
(vgl. BREITEL / LUFF: "Aggressives Verhalten von Hundegegenüber dem Tierhalter", in "Archiv für Kriminologie", 1973 (153); 49 - 51)

4. 23. 08. 1972 (o. O.): Doggen töteten 6-jährigen Knaben
(vgl. HAENDEL: "Nochmals: Hunde können gefährlich werden.
Deutsche Dogge tötet Kind", in"Kriminalistik", 1975 (29), 6, 268 - 269)

5. 25. 04. 1973 (Waiblingen):
Der 10-jährige Schüler St. F. von zwei Schäferhunden getötet
(vgl. BIESEKE I, 117 - 118)

6. 23. 03. 1974 (Saarland):
Deutsche Dogge tötet 6-jähriges Nachbarskind
(Nachweis z. Zt. verlegt)

7. 30. 09. 1974 (Herne):
12-jähriger K.-D. K. von Schäferhunden getötet
(vgl. KATARZYNSKI: ""Hunde töteten Menschen", in "Kriminalistik", 1975 (29), 2; 78 - 79; BIESEKE I, 97)

8. 16. 10. 1974 (Dinslaken):
Der 8-jährige T. B. von Schäferhündin getötet
(vgl. BREITSAMER - Fall 1; BIESEKE I, 106; Redaktion in "Kriminalistik", 1975 (29); 78)

9. [etwa 1. Halbjahr 1976] (Stadt im Schwarzwald):
69-jährige geistig behinderte Frau von zwei Schäferhunden getötet
(vgl. MITTMEYER / STARK / KRAEMER: "Über Verletzungsmuster und Identifizierungsprobleme bei Hundebissen", in "Archiv für Kriminologie", 1976 (157); 172 - 178)

10. [Zeitraum wie vor; o. O.]:
49-jähriger Alkoholiker von Dackel-Mischling getötet
(Quelle wie Pos. 9)

11. Sylvester 1976/77 (Rödental b. Coburg):
Zum Verhalten unserer Hunde. Wieder haben Schäferhunde Kinder getötet...
(WEHNER: in "Kriminalistik", 1977, 3; 125 - 127)
Anm.: Ein Leonberger und eine Schäferhündin töteten einen 6-jährigen Jungen.

12. (Januar 1977) ( Karlsruhe):
5-jähriger Junge von zwei Schäferhunden getötet
(Nachweis z. Zt. verlegt)

13. 05. 04. 1977 (Berlin-Frohnau):
Deutsche Dogge tötete den 3-jährigen F. K.
(vgl. BREITSAMER: Fall 2; BIESEKE I, 77; BIESEKE II, 80 - 92)

14. 13. 08. 1977 (Delmenhorst):
Schäferhund oder entlaufener Wolf? - 7-jähr. Junge getötet
(vgl. N.N.: "Kriminalistik", 1977 (31), 10; 474)

15. 10. 09. 1979 (Rothenburg o.d.T.):
Schäferhund zerfleischte 82-jährige
(vgl. BIESEKE I, 59 - 60)

16. (1982) (Berlin):
Zwei Dobermannhunde töteten 6-jährigen Jungen
(vgl. BREITSAMER - Fall 3)

17. (1982) (Recklinghausen):
Zwei Schäferhunde töteten 5-jährigen Jungen und verletzten abwehrende Tante
(vgl. BREITSAMER - Fall 4)

18. (März 1983) (Raum Düsseldorf):
34-jährige Frau von ihrem Rauhhaardackel und Schäferhund-Spitz-Mischling getötet
(vgl. MAETZLER: "Von Hunden getötet und angefressen", in: "Kriminalistik", 1983, 12; 634 - 636)

19. (1983) (München):
Sibirischer Husky springt durch ein Fenster und tötet 10 Tage alten Säugling
(vgl. BREITSAMER - Fall 5)

20. (August 1984) (Straubing):
Zwei streunende Schäferhundrüden töteten 79-jährigen Pilzsammler
(vgl. BREITSAMER – Fall 6)

21. 16. 01. 1985 (Hannover):
Alte Frau von Windhunden zerfleischt
(vgl . BREITSAMER - Fall 7; BIESEKE II, 48)

22. 17. 01. 1985 (Nürnberg):
Schäferhundrüde tötet junge Frau
(vgl. BREITSAMER - Fall 8; BIESEKE II, 48)

23. 28. 01. 1985 (Gießen):
10-jähriges Mädchen beim Eisschlittern von zwei Schäferhunden getötet
(vgl. BREITSAMER - Fall 9; BIESEKE II, 48)

24. 08. 02. 1985 (Straubing):
Strafe für Besitzer von "Killerhunden" - Schäferhunde töteten Rentner und verletzen zwei Personen.
(vgl. BIESEKE II, 48)

25. 18. 05. 1985 (Flensburg):
Zwei Schäferhunde fielen über Mädchen her - 11-jährige totgebissen
(vgl. BREITSAMER - Fall 10; BIESEKE II, 49)

26. 02. 08. 1985 (Peulendorf b. Bamberg):
Jagdhund biss dreijähriges Mädchen tot
(vgl. BIESEKE II, 50)

27. 06. 08. 1985 (Berlin):
Biss Dogge 48-jährigen zu Tode? - Besitzer behauptet: Biss stammt vom Schäferhund
(vgl. BIESEKE II, 50)

28. 01. 01. 1986 (Langelsheim-Bredelen b. Goslar):
Rentner zerfleischt - Polizei schoß nicht (???)
(vgl. BREITSAMER - Fall 11; BIESEKE II, 123 - 139; "BILD", Ausg. v. 2.- 3. Jan. 1968; "SPIEGEL", 17. 02. 1986, 104 - 112)

29. 06. 02. 1986 (Frankfurt M.):
Zwei Deutsche Doggen bissen 61-jähriger Arztfrau die Kehle durch
(vgl. BREITSAMER – Fall 12)

30. 01. 02. 1988 (Gammelsdorf / Bayern):
Schäferhund biß alte Dame tot - Auf dem Weg zum Friedhof
(vgl. BIESEKE II, 55)

31. 05. 11. 1988 (Buchen / Odenwald):
Pitbulls bissen Kopf ab – Hunde fielen über Züchter her
(vgl. BIESEKE II, 57)

32. (November 1989) (Buchholz / Nordheide):
Ein in der Familie lebender Mischlingshund tötet Säugling durch Abbeißen des Kopfes
(Nachweis z. Zt. verlegt)

33. 20. 03. 1989 (Karlsruhe):
Tod eines 4-jährigen Jungen durch drei Schäferhunde, die mit ihren Besitzern vom Hundeplatz kamen
(Nachweis z. Zt. verlegt)

34. 19. 05. 1989 (Ofterdingen):
Tod eines 7-jährigen Jungen durch zahlreiche Bisse eines Schäferhundes
(Nachweis z. Zt. verlegt)

35. (September 1990) (Berlin-Falkensee):
11-jähriger Bernhardiner tötet seine Besitzerin, bei der er bereits 10 Jahre lebte
(Nachweis z. Zt. verlegt)

36. (Oktober 1990) (Lkrs. Rottal-Inn):
Rentnerin wird von ihren drei Boxern getötet
(vgl. "Berliner Morgenpost", 17. 03. 1991)

37. 11. 07. 1993 (Bissendorf / Hannover):
Dogge fügt Mädchen tödliche Bißwunden zu
(vgl. "FAZ", 12. 07. 1993, 9: Rubrik: Politik)

38. 27. 07. 1994 (Bad Dürkheim):
Taxi-Unternehmer vom Schäferhund tödlich verletzt
(vgl. "FAZ", 27. 06. 1994)

39. 03. 11. 1994 (Halberstadt):
Ein betrunkener Hundebesitzer ist am Dienstag in Halberstadt von seinem Schäferhund totgebissen worden
("FAZ", 03. 11. 1994; Rubrik: Kleine Meldungen)

40. (27. Juni 1995) (Frankfurt / M.):
Einschläferung umstritten. Tod durch Kampfhundebisse: Ermittelungen gegen den Halter
("FAZ", 27. 06. 1995, 41; "Sonntagszeitung", 29. 06. 1998; "Rhein-Main-Zeitung", 28. 06. 2000) Anm.: Laut "FAZ" ein American Staffordshire beteiligt.

41. 08. 04. 1996 (Arnsberg):
Rottweiler beißen Fünfjährigen tot – Tiere bewachten Bordell
(vgl. "FAZ", 09. 04. 1996, 9)

42. 10. 06. 1996 (Berlin-Charlottenburg):
Vom Schäferhund umgerannte 86-jährige Frau erlag ihren Verletzungen
(vgl. "Berliner Zeitung", 10. 06. 1996: Ressort: Lokales; "Berliner Kurier", 10. 06. 1996)

43. 10. 06. 1996 (Mörfelden - Waldorf):
Kampfhund biß 53-jährige Frau zu Tode
(vgl. "Berliner Zeitung", 10.06. 1996: Ressort: Nachrichten; "Stuttgarter Zeitung", 10. 06. 1996; "FAZ", 10. 06. 1996) Lt. Presse war ein Staffordshire-Terrier verantwortlich.

44. 26. 06. 1996 (Frankfurt / M.):
Kampfhund verletzte 86-jährige Frau so schwer, daß diese wenig später im Krankenhaus verstarb
(vgl. "Berliner Zeitung", 26. 06. 1996: Ressort: Nachrichten)
Anm.: Lt. Presse sei ein American Staffordshire-Terrier verantwortlich.

45. 23. 07. 1996 (Drosendorf b. Bamberg):
Kind durch Schäferhund getötet
(vgl. "Berliner Kurier", 23. 07. 1996; "Berliner Zeitung", 23. 07. 1996: Ressort: Nachrichten; "FAZ", 23. 07. 1996: "das Kind war 16 Monate alt")

46. 15. 02. 1997 (Zwickau):
Ein Schäferhund hat am Freitag in Zwickau einen sieben Tage alten Säugling totgebissen
(vgl. "FAZ", 15. 02. 1997; Rubrik: Kleine Meldung)

47. 28. 04. 1998 [Dreetz in Mecklenburg-Vorpommern oder Bützow:]
Theresa (6) von Rottweilern zerfleischt
("BILD", 28. 04. 1998 in Dreetz: "hier bissen drei Rottweiler die T. tot."; "FAZ", 28. 04. 1998 in Bützow: ein Rottweiler)

48. 11. 05. 1998 (Milow, Krs. Uckermark):
Hundehalterin von eigenen Pitbulls getötet – Sie wollte ein Kind beschützen
(vgl. "Berliner Zeitung", 13. 05. 1998: Ressort: Lokales; "FAZ", 13. 05. 1998, Rubrik: Politik: "40-jährige von eigenen Pitbulls getötet (Milow, 12. 5: dpa))

49. 14. 02. 1999 (Stralsund und Mechelen in Belgien):
Aggressive Rottweiler töten zwei Kinder
(vgl. "FAZ", 15. 02. 1999: Rubrik: Politik; "Berliner Zeitung", Ressort: Vermischtes)

50. 02. 02. 2000 (Frankfurt / M. ):
Freispruch für Hundehalter
(vgl. "Berliner Kurier", 02. 02. 2000: Ressort: Allgemeines)
Anm.: Ein Hundehalter (22) in Frankfurt/M. wurde vom Vorwurfe freigesprochen, den Tod einer Frau (51) fahrlässig verschuldet zu haben. Grund: Zur Tatzeit gab es in der Nachbarschaft sechs Rottweiler, und keiner weiß, welcher dieser Hunde die Frau gebissen hat.".

51. 04. 03. 2000 (Gladbeck):
Hundeangriff - Bissiger Rottweiler tötet 86-jährige Rentnerin
(vgl. "Berliner Zeitung", 06. 03. 2000; Ressort: Vermischtes;
"Sonntagszeitung", 06. 03. 2000)

52. 02. 05. 2000 (Untergruppenbach):
Das Hunde-Chaos vgl. "STERN", 39, 21. 09. 2000, 56 f. (HANDLÖTGEN): "Nur wenige Wochen später [als der oben zitierte Vorgang aus Gladbeck] reißt ein Labrador einem 24-jährigen die Halsschlagader auf - der Mann verblutet. Dto.: "HEILBRONNER STIMME", 03. - 05. 2000-Ausgabe.

53. Juni 2000, Hamburg-Wilhelmsburg:
2 American Staffordshire-Terrier töten einen 6-jährigen.

54. 07.08.2001
Im Jahr 2001 wurde die zehnjährige Kristina in Lutzhorn vom Deutschen Schäferhund ihres Vaters getötet.
Polizei Schleswig-Holstein West, PI Itzehoe, Stefan Hinrichs

55. 28.03.2001
Zwei Rottweiler, geführt von einer Bekannten der Familie, töten auf dem gemeinsamen Spaziergang einen kleinen Jungen in Hornbach.
Gerd Fischer, Pressestelle Polizeipräsidium Westpfalz

56. 16.11.2002
Ein Rottweiler, vom Halter und Vater mit dem Neugeborenen der Familie im Garten allein gelassen, tötet den Säugling.
Pforzheimer Zeitung 16.11.2002

57. 01.09.2004
Eine Drogenabhängige wird in Bremen in Anwesenheit von zwei männlichen Bekannten und in Verbindung mit Kokaingenuß und einem Krampfanfall von ihrer Pitbullhündin getötet.
Quelle: Presse divers sowie Polizei Bremen


Quellen:

BIESEKE, Detlef (I): "Wenn Adenauer Hunde geschlachtet hätte. – Die Selbstverwirklichung des Hundes durch Beißen. Eine Aufzeichnung des Schreckens"
Berlin 1986: ARARAT. 151 S. in 8°. ISBN 3-921889-43-X

BIESEKE, Detlef (II): "Alle Hunde in den Himmel. - Bissiges zu einem Mißbrauch".
Böblingen 1988. 195 S. in 8°. ISBN 3-925434-22-4)

BREITSAMER, FRANZ: "Wenn Hunde Menschen töten - eine fachpolizeiliche Untersuchung für die Praxis. Naturbedingtes Fehlverhalten der Tiere oder vorwerfbares Schuldverhalten der Menschen?", In: "Die Polizei", 1986 (77), 8; 267 - 271

Quelle des Gesamtdokuments:
http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/fakten/beissstatistik_kpl_46.htm
wird unter diesem Link laufend aktualisiert.
und hier die Download-Version für Rechtsanwälte und alle anderen Interessierten:

Ziffer 2
Der Wesenstest

Entwicklung von 2000 bis 2005

Der Wesenstest für Hunde wurde in Deutschland vom Gesetzgeber eingeführt, nachdem es im Jahre 2000 eine verstärkte Medienberichterstattung und großes öffentliches Interesse an einigen Angriffen von Hunden auf Menschen gab, die dabei verletzt und in einigen Fällen sogar getötet wurden. Die Medienberichterstattung konzentrierte sich zumeist auf so genannte Kampfhunde, so dass die öffentliche Meinung entstand, Todesfälle durch Hundebisse seien größtenteils durch Hunde der sogenannten Kampfhundrassen verursacht worden. Die Medienberichterstattung ließ andererseits z. B. zwei Todesfälle durch Rottweiler und einen Todesfall durch einen Labrador Retriever im selben Jahr unberücksichtigt.

Im Juli 2000 wurden von allen Bundesländern – mit Ausnahme von Thüringen – sogenannte Rasselisten mit Hunderassen, denen genetisch begründete Aggressivität unterstellt wurde, erstellt bzw. erweitert. Seitdem haben die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Niedersachsen diese Rasselisten wieder abgeschafft. Hingegen wurde im gleichen Zeitraum beispielsweise in Bayern die Rasseliste deutlich erweitert und umfasst nun u. a. auch die deutsche Rasse Rottweiler.

Während im Jahr 2000 in den 15 Bundesländern mit Rasselisten fast ausschließlich sogenannte Listenhunde getestet wurden, müssen heute in drei von 16 Bundesländern nur noch tatsächlich auffällige Hunde zum Wesenstest. Diese auffälligen Hunde zeigen beim Wesenstest eine signifikant höhere Durchfallquote als jene Hunde, die aufgrund ihrer Rasse zum Test mussten.

Der niedersächsische Landtag begründete die Aufhebung der Rasseliste mit Erkenntnissen der wissenschaftlichen Auswertung durch die Tierärztliche Hochschule Hannover. Die Dissertationen zeigen auf, dass die Durchfallquote bei Listenhunden nicht signifikant höher ist als z. B. bei einer Vergleichsgruppe Hunde der Rasse Golden Retriever.

Das Fazit einer Doktorarbeit lautet: „…In dieser Studie wurde beim Vergleich der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Dobermann, Rottweiler, Staffordshire Bullterrier und Hunden vom Pitbull-Typus mit der Kontrollgruppe der Golden Retriever kein Unterschied im Auftreten von inadäquat aggressivem Verhalten festgestellt. Es ist somit ethologisch nicht vertretbar, dass bestimmte Hunderassen vom Gesetzgeber und der Gesellschaft diskriminiert werden. …“ (Seite 75)

„… Die Ergebnisse zeigen, dass es nicht legitim ist, bestimmte Rassen zu diskriminieren und sie den Verboten und Einschränkungen von so genannten Rasselisten zu unterwerfen. Vielmehr sollte in unserer Gesellschaft ein kompetenter, fachlich gebildeter und verantwortungsvoller Hundebesitzer gefördert werden, denn dies ist eine wirkungsvolle Maßnahme, um Verhaltensproblemen bei Haushunden vorzubeugen.“ (Seite 78)

Tina Johann: Untersuchung des Verhaltens von Golden Retrievern im Vergleich zu den als gefährlich eingestuften Hunden im Wesenstest nach der Niedersächsischen Gefahrtierverordnung vom 5. Juli 2000 WS 2004, 18. November 2004

Eine weitere Dissertation ergab, dass die Hunderasse Bullterrier, die zuvor als eine der vier „gefährlichen Hunderassen“ festgeschrieben war, eine unterdurchschnittliche Aggressionsneigung im Vergleich mit anderen Hunderassen zeigte.


Jennifer Hirschfeld: Untersuchung einer Bullterrier-Zuchtlinie auf Hypertrophie des Aggressionsverhaltens. SS 2005

Die derzeit aufgrund tatsächlicher Auffälligkeiten zum niedersächsischen Wesenstest verpflichteten Hunde sind hauptsächlich Schäferhunde und Mischlinge, was auch deren Stellung in der Statistik von Todesfällen durch Hundebisse entspricht.